Hersbrucker Zeitung am 02.01.17

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Hersbrucker Zeitung am 02.01.17

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Bild: Johann Dechant

Silvestergala auf Schloss Henfenfeld „Der Bettelstudent“
Köstliche Intrigen zum Jahresschluss

Die Silvestergala auf Schloss Henfenfeld ist längst kein Geheimtipp mehr. Mit einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Operetten wurde im Roten Saal das Jahr 2016 abgeschlossen. „Der Bettelstudent“ von Carl Millöcker führte nach Krakau in das Jahr 1704.

Über eine ausverkaufte Premiere freute sich die Leiterin der Opernakademie, Denette Whitter. Sie plauderte aus dem Nähkästchen, als sie die extrem kurze Vorbereitungszeit von nur vier Tagen erwähnte. Danach ersetzte ihr Klavierspiel den Orchesterpart.

Die erste Szene spielt sich im Krakauer Kerker ab, in dem Gefängniswärter Enterich Damenbesuch bei den Gefangenen zulässt. Äußerst stimmgewaltig zeigte sich in dieser Rolle Konstantin Peus, der auch weitere Sprechrollen übernahm. Kurz darauf kommt zu ihm der sächsische Oberst Ollendorf, verkörpert durch Thomas Eufinger. Mit profundem Bass beklagt er seine Schmach mit „Ach, ich hab sie ja nur auf die Schulter geküsst“. Von Enterich will er einen Gefangenen haben, der als vermeintlicher Fürst jene Laura ehelichen soll, die ihn beleidigt hat. Symon Rymanowicz (Dieter Doetsch, Tenor) und Jan Janicki (Maximilian Vogt, Tenor) werden als Fürst und Sekretär von ihm üppig mit Geld ausstaffiert und erhalten die Freiheit. Auf einem Markt treffen sie Palmatica Gräfin Nowalska (Karin Friedli, Sopran) und ihre Töchter Laura (Natalia Ulasevych, Koloratursopran) und Bronislawa (Anja Fiedler, Sopran). Diese stellen sich mit einem reizenden Terzett vor, darin das berühmte „Hunger spürt nur die Kanaille, nur der Pöbel frisst sich satt“ . Ollendorf stellt Symon als Fürst Wibicki vor, der unbedingt eine polnische Adlige ehelichen will. Symon verliebt sich schnell in Laura, die bescheidene Bronislawa begnügt sich mit Jan, der eigentlich Graf Opalinski ist. Mit kraftvollem Tenor stellte Dieter Doetsch fest: „Ich knüpfte manche zarte Bande“ und bekam stürmischen Szenenbeifall.

Im Palast der Gräfin kommt es zu einer intensiven Begegnung zwischen Jan und Bronislava, das Publikum war begeistert vom Duett von Maximilian Vogt und Anja Fiedler, vor allem auch bei der Kussszene. Pikanterweise spielte hier Jeanne Lefèvre eine Nebenrolle als Gräfin Malachowski, im richtigen Leben ist sie die echte Gattin von Vogt.

Kurz vor der Hochzeit bekommt indes Symon Gewissensbisse, er will Laura seine tatsächliche Herkunft beichten. Wunderschön sangen dazu Nataliia Ulasevych und Dieter Doetsch das berühmte „Ich setz den Fall“. Ollendorf enthüllt schließlich, dass Symon ein „Bettelstudent“ sei und fühlt sich revanchiert. Doch zugleich will er wissen, wer eigentlich Jan und Symon sind. Um an das Bestechungsgeld für die Wächter der Zitadelle zu gelangen, gaukelt Jan dem Oberst vor, Symon sei der gesuchte Fürst Adam.

Schwungvoll sang Doetsch „Ich hab kein Geld bin vogelfrei“ in dem er seine patriotische Pflicht herausstellt.

Das Finale bilden Kanonenschüsse, am Flügel von Denette Whitter in Szene gesetzt. Die Zitadelle fällt in die Hand der Polen, Ollendorf wird gefangen genommen und Symon vom König Stanislaus in den Adelsstand erhoben, somit doch die richtige Partie für Laura.

Herrliche Operettenklänge, fantastische Gewänder und vor allem ausladende Haarpracht waren die Würze der Silvestergala, die in tosendem Beifall endete. Kleinere Rollen spielten dabei Aleksandrina Semerdzhieva und Ayleen Gerull.

Weitere Aufführungen gibt es am 6. und 8. Januar um 17.00 Uhr, sowie am 7. Januar um 19.30 Uhr. Karten gibt es unter Tel 09151 -9087838 und an der Abendkasse.

Johann Dechant

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