Hersbrucker Zeitung am 16.05.17

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Hersbrucker Zeitung am 16.05.17

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Bild: Johann Dechant

Kabarettist Toni Lauerer zog Besuchermassen an
Schilderungen vom alltäglichen Wahnsinn

In der „Eventhalle“ des Sportvereins Henfenfeld stellte Toni Lauerer sein aktuelles Programm „Eigentlich is wurscht“ vor. Über einen vollen Saal freute sich Reinhold Heinrich, Spartenleiter beim SVH für Musik und Kultur, und stellte den Künstler vor, der im wahren Leben Standesbeamter ist.

Auf der Bühne braucht Toni Lauerer nicht viel, einen Stuhl und einen Tisch, auf dem sein Weizenbier steht. Sofort legt er los und erzeugt viel Gelächter, als er seine „Ideenschublade“ öffnet.

Lauerers Kabarett ist vollkommen unpolitisch, er nimmt keine Prominenten auf die Schippe. Was er überspitzt darstellt, ist der Wahnsinn des normalen Alltags. Entwaffnend offen sind die pointierten Geschichten, die dank Detailverliebtheit viel Heiterkeit erzeugen.

So findet er auf Facebook eine gewisse Jennifer, die über Probleme mit ihrer vierjährigen Lara postet, wegen deren „blödem G’schaue“ sogar ein Psychologenbesuch nötig war. Schallendes Gelächter erzeugte die Auflösung: Lara ist eine Hündin!

Welcher Mann kennt das nicht, die verschlüsselten Redeweisen der Frauen. Lauerer hasst es, wenn auf eine Frage mit einer Gegenfrage ausgewichen wird.

Seine Bemerkungen von der Stammtischrunde wirkten sehr authentisch. Wo früher Weizen, Wein und Schnaps konsumiert wurden, sind jetzt Stilles Wasser, Saftschorle oder leichtes Weizen gefragt – da braucht man nur durch die Tischreihen schauen.

Lauerer bekannte, dass er – wie bei vielen Männern üblich – äußerst ungern zum Arzt geht. Schlimm wird es, wenn die treusorgende Gattin von sich aus einen Termin für ihn vereinbart.

Die Story einer Darmspiegelung mit sämtlichen, teilweise sehr pikanten Details, von der Vorbereitung bis zum Abschluss sorgte für schallendes Gelächter.

Das Thema „Eile“ wurde ausführlich behandelt. Als schlimmsten Ort dafür bezeichnete der Kabarettist hier einen Supermarkt. Frau meint, dass sie noch Tomaten und Mozzarella braucht, dafür soll er gehen – aber das Leergut soll er auch mitnehmen. Im Supermarkt beginnt das Chaos am Leergutautomaten: Zwei sind vor ihm dran, ein Osteuropäer, der scheinbar noch nie solch einen Automaten gesehen hat und eine Familie mit einem Berg von Flaschen.

Mit herrlichem Stimmfall zeigt Lauerer, wie er den ersten vom Automaten wegbekommt, doch die Familie danach – die totale Katastrophe. Denn über hundert Flaschen und zwei kleine Kinder, die wechselweise einwerfen wollen, das dauert! Sein Countdown der eingeworfenen Flaschen wird immer lauter, das Publikum biegt sich vor Lachen.

Die nächste Supermarktszene: Er hat zwei Artikel gekauft und steht dafür an der Kasse an, dummerweise auch noch mit gewaltigem Druck auf der Blase. Vor ihm eine ältere Dame, die offensichtlich schlecht hört und sieht und dann kommt die vernichtende Aussage zur Kassiererin: „An Moment, ich hob’s in klaa“ und dafür wird der Geldbeutel durchwühlt. Die Geschichte trieb den Zuhörern Tränen in die Augen.

Nach viel Beifall gab es eine Zugabe, die sich mit Lauerers ersten Fahrt in ein „Drive in“ beschäftigt. Da redest du mit einem Loch, stellte er fest. Er führt einen fiktiven Dialog: Die erste Frage was es gibt, sorgt für eine schier endlose Aufzählung, darunter Pommes: klein, mittel oder groß, weiß oder rot? Lauerer will aber gelbe, und so geht es bei den anderen Angeboten weiter, vor allem bei den Menüs. Das Publikum indes kann sich vor Lachen kaum mehr halten.

Die Mischung aus Hochdeutsch und dem Oberpfälzer Dialekt geben der Vorstellung eine besondere Würze. Über zwei Stunden Programm vergehen wie im Flug, es gibt keine Kalauer und zoteligen Witze. Dagegen stellt man fest, was auf einen selbst zutrifft, aber: „Eigentlich is wurscht!“

Johann Dechant

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