Hersbrucker Zeitung am 19.11.18

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Hersbrucker Zeitung am 19.11.18

Vortrag über die historischen Ausgrabungen im Henfenfelder Bereich
Die schwierige Suche nach der Vergangenheit

HENFENFELD – Zu einem Vortrag über historische Funde im Bereich von Henfenfeld hatte die „Historische Gesellschaft Hammerbachtal“ eingeladen. Der Hobbyarchäologe Klaus Stübiger zeigte dabei, was in den Fluren rund um den Ort alles schlummerte.

Recht übersichtlich war die Zuhörerschar, die sich über die Vergangenheit Henfenfelds im „Wirtshaus“ informieren wollte. Beim Vortrag mit einer Bilderpräsentation zeigte Klaus Stübiger eingangs, was vor fast 50 Jahren eine Sensation war. Damals fanden Kinder einen Bronzehort, der sich auf die Zeit um 1200 vor Christus datieren ließ. Insgesamt 40 Teile wurden damals nördlich vom Ort in einer Sandgrube gefunden. Die Speerspitzen, Beilklingen, Teile eines Schwertes und andere Exponate sind nun im Museum zu finden. Auch frühere Funden waren eindeutig der Bronzezeit zuzuordnen, darunter aus der Freilegung von 13 Hügelgräbern die zwischen 1909 und 1915 in der Gemarkung „Leichental“, auch als „Lerchentalbekannt, gefunden wurden. Dabei entdeckte man zwei spektakuläre 50 und 60 Zentimeter lange Bronzenadeln. Die eigentliche Sensation fand man in einem Frauengrab, ein Collier aus Bronze mit 258 Bernsteinperlen. Zwischen 1930 und 1962 fanden Archäologen der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg fünf weitere Brandgräber, allerdings nur mit bescheidenen Beigaben.

Nach 1980 konnte das neu geschaffene Bayerische Landesamt für Denkmalpflege weitere Funde verzeichnen. Dies waren Werkzeuge und Waffenüberbleibsel, die zwischen 10000 und 5500 vor Christus aus Knollen des heimischen Jura-Hornstein geschlagen wurden. 2007 wurde aus diesem Material eine sogenannte „Federmesserklinge“ gefunden.

Keinerlei Funde gab es aus der Altsteinzeit, der römischen Kaiserzeit, aus der Zeit der Völkerwanderung und aus dem Früh- und Hochmittelalter.

Stübiger erklärte, dass hier keine systematische Feldforschung stattgefunden habe. Er zeigte auf einer Landkarte die mittlerweile 18 Bodendenkmale auf mit 45 Fundstellen. Aus dem Übergang der Jungsteinzeit in die Bronzezeit um 2300 vor Christus wurden an einem Begräbnisplatz Teile einer sogenannten „Schnurkeramik“ in der oberen Mühlstraße gefunden.

Sieben Siedlungsstandorte konnten eindeutig bestimmt werden, wovon vier auf dem Frühlingsberg lagen, die anderen im Osten oder Westen von Henfenfeld.

Stübiger verwies auch auf Funde in der näheren Umgebung und vermutet, dass es oberhalb des jetzigen Friedhofes ein Hügelgrab gab, das zu einem „Vogelherd“ umgebaut wurde. Weitere Siedlungsplätze entstanden zwischen 1200 und 800 vor Christus, davon wurden im Lauf der Zeit mehrere Gräber freigelegt.

Zu Beginn der „Eisenzeit“ muss es im Bereich des Hammerbachtales einen größeren Umbruch gegeben haben, Stübiger vermutet eine Klimaveränderung oder kriegerische Auseinandersetzungen, Funde aus dieser Zeit fanden sich in Neukirchen am Sand oder in Speikern. In der Völkerwanderungszeit und im Frühmittelalter war das Gebiet hier dicht bewaldet und nur noch dünn besiedelt.

Erst mit der Gründung des Bistums Eichstätt 745 nach Christus entstanden neue Siedlungen, deren typische baierische Namensendung „-ing“ hier häufig zu finden ist. In Henfenfeld war der älteste Ortsteil die Freiling, in der Nähe entstanden Peuerling, Pötzling oder Ittling. „Aktenkundig“ wurde Henfenfeld durch eine Urkunde aus dem Jahr 1059, in der ein „Kazelinu de Hamfenfeld“ genannt wurde. Schon vorher waren allerdings schon Schenkungsurkunden entdeckt worden, in denen um 900 die Orte Sendelbach und Ottensoos genannt wurden. Mit der Pfinzingzeit endete der Vortrag, hierzu gab es um 1530 Marksteine, die mit den Initialen „RP“ die „Regio Pfinzing“ auswiesen.

Stübigers Appell an die Bürger: die Vergangenheit dürfe nicht verloren gehen, dazu regte er ein Heimatmuseum und Lehrpfade mit Infotafeln an. Auch solle die Bevölkerung motiviert werden zur Suche nach der Vergangenheit.

Johann Dechant

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