Hersbrucker Zeitung am 27.11.18

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Hersbrucker Zeitung am 27.11.18

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Bild: Johann Dechant

Neue Bestattungsformen
Henfenfelder Friedhof wird umgestaltet

HENFENFELD – Die Gemeinde Henfenfeld bastelt weiter an ihrer Zukunftsfähigkeit: Der Gemeinderat hat eine Umgestaltung des Friedhofs für verschiedene Urnenbestattungen auf den Weg gebracht. Auch bei der laufenden Dorferneuerung standen Entscheidungen an.

Bereits seit einigen Monaten beschäftigt das Thema Friedhof den Henfenfelder Gemeinderat. Nun wurden die Entwürfe von Tobias Köstler vom Planungsbüro „Team 4“vor Ort beraten. Größter Diskussionspunkt war dabei der Bereich gleich hinter der Aussegnungshalle, der für Baumbestattungen nutzbar gemacht werden soll. Derzeit befinden sich dort eine Grünfläche mit leichtem Abhang samt Stützmäuerchen und ein Weg zum unteren Teil mit Erdgräbern, auf dessen anderer Seite sich eine kleine Rasenfläche mit einer Linde befindet. Diese sei, so Köstler, ein würdiger Baum für diese Form der Bestattung.

Er präsentierte dem Gremium zwei Vorschläge. Der eine sah die Auflösung des Wegs vor, um so eine einheitliche und verflachte Grünfläche zu schaffen. Einen kleinen gepflasterten Zugang soll es vom Platz an der Aussegnungshalle bis zu einer Bank und den Gedenktafeln mit den Namen der Bestatteten geben. Diese sollen ihre letzte Ruhestätte unter der Linde – die Hecken werden herausgerissen – sowie unter zwei neu gepflanzten Bäumen auf der Fläche bei der Halle finden. Die Erdgräber darunter seien weiter über den weiteren vorhandenen Weg zu erreichen, so Köstler.

Variante zwei sieht einen verkleinerten Weg vor; die Elemente blieben die gleichen, die Anordnung würde etwas anders ausfallen, erläuterte Köstler alle Details anhand mitgebrachter Skizzen. Schnell schossen Fragen und Einwände aus der Ratsgruppe hervor: Wie viele Urnen denn Platz hätten? Wie es mit Ruhezeiten und Nutzungsfristen aussehe? Ob nicht das Herausreißen des alten und das Verlegen neuen Pflasters Mehrkosten verursache? Und ob man den Weg nicht einfach lassen könne, denn mit einem kleineren Pfad habe man ja auch zwei getrennte Gräberfelder?

Während die ersten beiden Punkte erst bei einer Änderung der Friedhofssatzung anstehen, so Bürgermeister Markus Gleißenberg, stellte sich die Frage nach den Mehrkosten als berechtigt heraus. Köstler konnte nicht verhehlen, dass es günstiger ist, den Weg bestehen zu lassen, es sei halt eine „optische Frage“. Seine Kostenschätzung für Aus- und Einbau des Pflasters beliefen sich auf 2000 bis 5000 Euro, denn die genaue Höhe hinge von der Vergabe der Arbeiten ab – ob als Paket oder einzeln.

Wenn, dann richtig

Die Idee Gleißenbergs, die Maßnahme schrittweise umzusetzen, wurde schnell verworfen. Zum einen war der Tenor unter den Räten, wenn dann soll es gescheit gemacht werden, zum anderen befürchten sie noch höhere Kosten aufgrund von allgemeiner Kostensteigerung und Mehrfachanfahrten. Ebenso rasch war die Variante ohne Weg aus der Diskussion; alle befürchten einen unansehnlichen Trampelpfad im Rasen.

Da sich in der Abstimmung sechs Räte für und fünf gegen den von Köstler vorgesehenen neuen geschwungenen Weg aussprachen, war eine weitere Stimmabgabe über die Möglichkeit, den aktuellen Weg zu belassen, hinfällig. Somit zog die Gruppe weiter Richtung Friedhofsmitte. Hier ergibt sich zwischen drei Erdgräbern eine größere Freifläche um drei Birken. Köstler plante einen Hügel, der mit Rosen bepflanzt wird und von zwei Pflasterzeilen für 24 Urnen sowie daran anschließenden Grabplatten, die bündig mit dem Rasen enden sollen, umrandet wird. „Bei weiteren Freiflächen wäre Ähnliches möglich“, regte er an. Mit klarer Mehrheit votierten die Räte für den Rosenhügel samt Sitzbank.

Für den hinteren Friedhofsbereich hatte Köstler einen Entwurf für Stelen – als Wand oder einzeln – mitgebracht. Diese sollen entlang eines geraden oder geschwungenen Weges zum Brunnen stehen. Köstler erläuterte auf Nachfrage, dass bei den Stelen verschiedene Ausführungen möglich sind, der Gemeinderat da auch welche vorgeben oder zur Verfügung stellen könne, was bei den Räten gut ankam. Zweiter Bürgermeister Jonathan Wrensch erinnerte daran, dass man sich für Einzelstelen ausgesprochen habe, um große Anonymität wie bei Wänden zu vermeiden. Letztlich waren alle Anwesenden einstimmig für den geschwungenen Weg.

2200 Euro für Pflaster

Ebenfalls um Pflaster drehte es sich bei den aktuell laufenden Bauarbeiten in der Mittelgasse, die laut Gleißenberg bis Weihnachten wieder befahrbar, eventuell auch schon ganz gepflastert sein soll. Damit das klappt, mussten die Räte der Anschaffung eines neuen Pflasters für den Bereich um den Brunnen zustimmen; das alte werde nicht mehr hergestellt, so Gleißenberg.

Das Material, das das gleiche ist wie das überall verlegte, verursacht Mehrkosten von 2200 Euro. „Die Arbeitszeit ist kostenneutral, da das Pflaster eh herausgerissen und wieder eingesetzt werden muss“, so Gleißenberg. Die Maßnahme wurde einstimmig abgesegnet.

In gleicher Form ging auch die Errichtung einer Stützmauer aus Kalkstein zur Absicherung der vier geplanten Längsparkplätze durch. Ursprünglich hatten sich die Räte für Sandstein entschieden, um einen Bezug zum dort befindlichen Sandsteinhaus herzustellen, wie Wrensch rekapitulierte. Allerdings würde dieser Werkstoff über 50 000 Euro kosten. Mit 13 500 Euro würde eine Kalkstein-Mauer aus unverfugten, großen Quadern aus Jura-Marmor deutlich günstiger ausfallen, sagte Gleißenberg.

Die Haltbarkeit wäre, so der Bürgermeister, die gleiche. Wolle man die Quader mit Mörtel verfugen, koste das 6000 Euro mehr. Nicht nur Wrensch fand, dass eine solche ungeschliffene Natursteinmauer nicht schlecht aussehe, sie böte zudem noch Platz für Eidechsen.

Wrensch war es auch, der auf einen Missstand im Kindergarten in der Bahnhofsstraße aufmerksam machte: Die Fußbodenheizung, 27 Jahre alt, lasse sich nicht mehr regulieren. „Die kocht von unten und die Erzieher müssen die Fenster aufreißen.“ Gleißenberg konnte hierzu vermelden, dass Fühler nicht nachgerüstet werden können und eine neue Heizung nötig sei – mittelfristig, denn „die hält ja noch ein paar Jahre“.

Jedoch wollten die Räte nicht glauben, dass die Heizung nicht nachrüstbar sei. Zudem monierten sie die sicher hohen Energiekosten. Sie gaben Gleißenberg mit, den Einbau von Fühlern erneut zu 
prüfen und sich eine Hausnummer für einen Austausch geben zu lassen.
 

Andrea Pitsch

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